Von ungeschriebenen Gesetzen und demolierten Fernsehstudios


Beim “Mythos” fragt man sich was an den Bayern eigentlich so mythisch ist, wer dem HSV so eine Leistungssteigerung gegenüber letzter Woche zugetraut hätte.

Dazu kann ich nur sagen, dass alle, aber auch wirklich alle Vorzeichen auf Bayern-Niederlage deuteten. Fußball ist, genau wie Börsengeschäfte, oftmals billige Psychologie und ganz viel Aberglaube. In diesem Sinne, lasst uns zusammen analysieren warum die Bayern nur verlieren konnten:

1) Die Bayern besiegen letzte Woche Eintracht Frankfurt, wähnen sich quasi unschlagbar und Fußball-Deutschland bestärkt die Südstaatler in diesem Glauben
2) Gleichzeitig, bzw. einen Tag später, vergurkt der HSV in einem ganz schwachen Spiel gegen Stuttgart, wird zur Lachnummer der Liga und darf eine Woche lang Prügel in den Hamburger Zeitungen einstecken
3) Die Kombination aus eigenem hohen Sieg und einem Gegner, bei dem es gerade nicht so läuft führt bei Bayern gerne zu luschigen bzw. halbherzigen Auftritten, da man die drei Punkte scheinbar in Gedanken schon eingefahren hat, und das obwohl
4) der HSV in dieser Saison nach jeder Niederlage das nächste Spiel gewonnen hat, und
5) Felix Magath als Trainer fast immer gegen den HSV verliert
6) Ein weiteres ungeschriebenes Gesetz besagt das Spiele immer genau anders herum wie die Tipps von Markus im Bundesliga-Blog ausgehen
7) Und zum Schluss: Steht ein wichtiges Champions League Spiel vor der Tür, lassen die Bayern schon fast traditionell in der Liga Punkte

Der Wechsel van der Vaart – Klingbeil ist übrigens nur auf den ersten Blick Teil einer Mauertaktik, denn mit diesem Wechsel hat Doll erneut verdeutlicht was er unter “Rotationsprinzip” versteht:
Klingbeil rückt auf die Rechtsverteidiger-Position, Mahdavikia vor auf die halbrechte Mittelfeld-Position, Jarolim rüber auf links und Trochowski auf die Position zentral hinter den Spitzen. Und trotz all diesen Verschiebungen hat die Mannschaft ganz passabel weitergespielt, das die Bayern ab ca. der 65. Minute mehr Druck aufbauten, war dem hohen Kraftaufwand unsererseits geschuldet, während die Bayern bis dahin ja kaum Kräfteverschleiß gehabt haben dürften.
Alles in allem hätten die Bayern uns die Punkte auch mit der Post schicken können, da hätten wir uns eine sehr beschwerliche An- und Abreise erspart (der komplette HSV-Tross saß jeweils mehrere Stunden auf den Flughäfen fest).

Hat noch einer den Auftritt von Thomas Doll abends im Sportstudio gesehen? Der war ja scheinbar immer noch so aufgekratzt ob der Leistung “seiner Jungs”, das er beim Torwandschießen zwar nur einmal getroffen hat, aber die anderen fünf Schüsse nutzte um das Studio zu zerlegen. Eigentlich sollte so ein Fußballer wie er wissen das man an der Torwand nicht mit Gewalt, sondern mit Gefühl zu Werke gehen muss. So wie Felix, der hat glaub ich schon zwei Mal fünf Stück reingemacht.

Und nun sind wir alle gespannt wie Dittsche heute abend abgeht, und ob er Thomas Doll endgültig zum “reinen Trainer-Titan” ernennt. Langsam ist mal ein Besuch der Mannschaft bei Ingo im Imbiss fällig :-)

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  1. #1 by Matthias on 5.03.2006 - 22:02

    Das Torwandschießen war der Hammer. Sogar die kleine Snowboarderin, die angeblich kaum Fußball spielt, ging da feinmotorischer zu Werke.

    Im Grunde kann das nur als Beispiel für Lauth & Co. gedacht gewesen sein (wie man’s nicht macht).

  2. #2 by Matt on 5.03.2006 - 23:57

    Ich würde mal vermuten, dass Doll schon das ein oder andere Bierchen getrunken hatte. So verhält sich doch keiner wenn er nüchtern ist….

  3. #3 by André on 6.03.2006 - 09:19

    Gute Idee. Er meinte ja auch irgendwas von wegen “ich hab heute zuviel Energie” oder so. Hat das zufällig jemand aufgenommen? Ich suche den Clip, wo er sich nach dem 1:2 aufn Hosenboden gesetzt hat :)

  4. #4 by Oliver (Mythos) on 6.03.2006 - 19:17

    Also das mit dem Alkohol im Blut, ist ein guter Gedanke, das erklärt auch das Interview…
    ;-)

    Offensichtlich habe ich aber genau deshalb (und weil ich weggezappt bin) dieses Torwand(ab)schießen verpasst – fragt sich nur, ob es an das legendäre kaiserliche Weißbier-Torwandschie(b)ßen herankommt…

    Damals war übrigens auch jede Menge Alkohol im Spiel…
    ;-)

  5. #5 by André on 6.03.2006 - 20:23

    Was war denn jetzt an dem Interview so besonders? Außer die berühmt-berüchtigten saublöden Fragen, die beim ZDF scheinbar jeder stellt

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