These Days

by André ~ August 3rd, 2006. Filed under: Music.

Ein Kurzreview der Powderfinger DVD(s - die Acoustic Session hat eine eigene DVD spendiert bekommen):
Die kommen doch allen Ernstes auf die Bühne und begrüßen das Publikum mit “G’day”… Wie klischeehaft!
Aber zur Musik: Wenn ich diese DVD sehe, könnte ich mich noch mehr ärgern das ich die bisher noch nicht live gesehen hab. Nicht so viel Rumgehampel oder ähnliche vermeintliche Showeinlagen wie anderswo, aber Musik vom Allerfeinsten, wenn man mit diesem “Pub Rock” was anfangen kann, wobei ich Powderfinger nicht wirklich da einsortieren würde. Eines der absoluten Highlights ist “These Days”, vom Sänger alleine vorgetragen, während er sich auf einem E-Piano oder Orgel oder wasweißich begleitet. Das wird auf jeden Fall für den iPod gerippt. Aber der Song ist auch symptomatisch für die DVD, es ist nämlich keine richtige Live DVD. Es wechselt zwischen Live Footage, Interview Clips, Backstage-Aufnahmen und Aufnahmen, die aus einem Werbevideo für Urlaub in Australien stammen könnten, hin und her. Argh! So was mag ich nicht. Zumal die Live Aufnahmen von zwei verschiedenen Tagen sind, was man auch sieht, und an einer Stelle die Musik einfach mitten im Song von einem Interview Clip überlagert wird. Immerhin ist das komplette Video am selben Ort aufgenommen, nicht wie bei “… And all that could have been” von Nine Inch Nails, wo die DVD ein Zusammenschnitt der kompletten Welttournee ist und Audio und Video noch nichtmal unbedingt vom selben Konzert sein müssen.

Zurück zu Powderfinger. Der Typ hat echt ne geile Stimme, und das nicht nur auf CD, sondern auch live. Highlights neben These Days sind Rockin’ rocks, Love your way und Pockets, solche Songs die langsam und leise anfangen und sich dann immer weiter “steigern” kommen live sowieso immer besonders gut. On my mind zum Abschluß kam auch ganz gut. Dass Publikum wirkte auf mich etwas passiv, sofern man das von einer DVD aus beurteilen kann. Auch ganz nett war das die Credits am Ende von einer Acoustic Version von Sunsets begleitet wurden.

Da ich einen Fetisch für Unplugged/Acoustic Aufnahmen habe, habe ich mich natürlich sehr über die zweite Disc gefreut. Auch hier ist leider sehr offensichtlich zwischen den einzelnen Songs geschnitten worden, ob es nur Anekdoten fürs Publikum oder weitere Songs waren, weiß ich nicht, ärgerlich ist es so oder so. A song called everything gewinnt hier natürlich den Preis für das Highlight des Sets, aber auch Waiting for the sun und How far have we really come? fand ich großartig.

Insgesamt hat mich eine Musik DVD lange nicht mehr so begeistert, wenn da nur nicht diese Vielzahl “kleiner Macken” wäre. Interview Clips und alles sind ja ganz nett, aber doch bitte nicht einfach ins Konzert reingeschnitten! Und schon gar nicht mitten in einen Song, und dann auch noch über das Gitarrensolo! *argh* Auch scheint die DVD nicht wirklich 4:3 zu sein, an mehreren Stellen merkt man das das Bild zu schmal ist. 16:9 passt aber auch nicht. Und dann noch dieses fiese Hin- und Hergeschneide zwischen den beiden Konzerten… Rein musikalisch gesehen ist die DVD absolut empfehlenswert, allerdings ist dieser ständige Wechsel zwischen Interview und Livemusik tierisch anstrengend, und ich habe auch im Menü keine Option entdeckt nur das Konzert oder nur die Interviews zu sehen. Aber vielleicht ist das auch wieder so eine Sache die nur mich stört; alle, denen sowas egal ist können jedenfalls beherzt zugreifen. Bzw. könnten, ich bezweifle das hier noch viele andere so bekloppt sich ne DVD in Australien zu bestellen.

2 Responses to These Days

  1. Torten, Tanzmusik & Totale Voetbal

    [...] Wie André schon hier und hier beklagt hat, scheint der Trend bei Konzert-DVDs leider dahin zu gehen, Interview-Clips zwischen die Songs zu schneiden und auch sonst alles zu unternehmen, um das Konzert zu zerstückeln. [...]

  2. my big mouth » Good cop, bad cop

    [...] Gibt es irgendwen da draußen bei dem Goldwave auf Anhieb das gemacht hat was es sollte? Wenn ja, wie hast du das hinbekommen? Dieses blöde Ding wird einem echt immer empfohlen, wenn man unter Windows an Audio-Dateien rumfummeln will, aber das einzige wozu ich es bisher problemlos benutzen konnte war “Hidden Tracks enttarnen” sprich, diese minutenlange Stille rauszuschneiden. Hmpf. Heute nun also Me vs. Powderfinger DVD vs. Goldwave. Und der Sieger heißt DVD Audio Extractor. So stelle ich mir das vor. DVD einwerfen, Tracks auswählen, Zielformat auswählen und ab dafür. Kann sogar FLAC, für Archivierungszwecke. Soll ich mich nochmal über dieses ständige Gesabbel auf dieser DVD aufregen, die bis auf wenige Ausnahmen immer direkt an die Songs anschließt, also noch im selben Track? Grmpf. Das habe ich dann ganz glorreich mit Wegschneiden und Ausfaden “beseitigt”. Jetzt frage ich mich nur noch bei welchem Song die mitten in selbigen reingelabert haben… Aber da dann rumzuschneiden macht wahrscheinlich alles nur noch schlimmer. Ah, da ist er ja. Love your way. Genau über das Solo…. Leute die sowas zulassen gehören erschossen. Mit ner Schrottflinte. Bis sie selber zerbröselt genug sind, das man sie als Munition verwenden könnte. Tags: links, music, nerd stuff, rant, thoughts [...]

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