… Diese Top 5 widme ich Simon, der noch schlimmere Musik hört als er TV Shows guckt. Ich mein, eine Show in der Bauern vor Dieter Bohlens “kritischem” Auge Lieder singen müssen, dabei lebendige Spinnen essen während ihre Mütter für sie eine Freundin suchen… Da wär er mit Begeisterung dabei. Und dann kommt noch dieser Soundtrack dazu. Früher hätte man sowas vergast… Die guten alten Zeiten…
Anyway. Ich hab 2008 nicht viel mitbekommen was Musik angeht, aber habe auch nicht das Gefühl viel verpasst zu haben. Außer warum alle sich die Hosen so wegen AC/DC nass machen. Welche Rentner-Trash-Band wird als nächstes so hochgejubelt? Status Quo? Und wo wir schon bei AC/DC sind, können bitte alle mal zur Kenntnis nehmen das “Highway to Hell” nix mit Satanismus, sondern mit einer Kneipe irgendwo an der Autobahn in Australien zu tun hat?? Danke.
Oder Kid Rock. Da gibts eigentlich nur drei Worte für: What. The. Fuck? Wer hat den wieder ausgegraben? Und ist die Menschheit mittlerweile wirklich so verkommen das sie sich sowas nicht nur freiwillig anhört, sondern auch noch kauft?? Ernsthaft?? Gladstone, übernehmen Sie:
(cracked.com hat übrigens auch unzählige Year in Review Posts, die man alle gelesen haben sollte)
Nachdem wir also schon mal geklärt haben was 2008 gar nicht ging, kommen wir zu den angenehmeren Seiten des musikalischen Lebens:
1) Dig Out Your Soul. Ihr habt jetzt nicht wirklich was anderes erwartet, oder? Mal davon abgesehen das Oasis aus Prinzip auf die #1 gehören, scheint es für mich so als haben Oasis Mk II endlich ihren eigenen Sound gefunden. Kann es mit den Alben der 90er mithalten? Nein. Aber es ist näher dran als alles andere was dazwischen kam, was nicht heißen soll, dass es klingt wie Oasis vor 10 Jahren. Es gibt “klassische” Oasis Songs wie Bag it up, Waiting for the Rapture oder The Turning, wobei man letzterem schon anhört, dass Noel außer Beatles, Stones und Co. auch ein Faible für elektronische Musik hat. Und wie das klingt wenn man diese beiden Vorlieben kombiniert kann sich sehen, bzw. hören lassen. The Turning ist verdammt großer Rasensport, da fliegt die Kuh so richtig vom Eis… Mit I’m Outta Time ist auch die obligatorische Stadionhymne dabei (inklusive dem ebenso obligatorischen Lennon Sample – erwähnte ich schon, dass ich in Wembley dabei bin?). Aber wirklich abgefahren wirds mit Falling Down. Die Albumversion klingt schon sehr nach Setting Sun, aber wenn man sich dann die zweite CD und die darauf enthaltenden Remixe anhört… Fängt man auf einmal an zu denken, dass Oasis mal ein “Dance” bzw. Electronic Album machen sollten. Bevor ich jetzt noch weiter ausschweife sollte noch erwähnt werden, dass To Be Where There’s Life am Anfang ein bißchen merkwürdig klingt, aber wenn man das erst mal live gehört hat, merkt man was für ein schweinegeiler Track das eigentlich ist. Also: Anhören.
2) All Or Nothing. Mit den Subways ist zwischen dem ersten und dem zweiten Album etwas merkwürdiges passiert. Billy kaspert nur noch oben ohne rum und hat überall so alberne Tattoos die aussehen als hätte die einer mit dem Kugelschreiber aufgemalt. Und scheinbar haben kleine Mädchen die Band für sich entdeckt, was eine sehr merkwürdige Live Atmosphäre verursacht, wenn auf einmal Papa mit zwei kleinen Mädchen neben einem steht. Nichtsdestotrotz, sehr solides zweites Album. Reinhörtipps: Shake! Shake!, Move to Newlyn, I won’t let you down, Turnaround und Streetfighter (Letzteres ist glaub ich ein UK only Bonustrack, aber im Internet gibts ja Mittel und Wege an sowas ranzukommen)
3) We Started Nothing. Die Tings Tings waren auf so ziemlich jedem Serien-Soundtrack, in einem Apple-Werbespot… Und wo habe ich sie das erste Mal bewusst gehört? Bei Premiere im Abspann nach einem Fußballspiel. That’s not my name und Shut up and let me go sind ja mittlerweile gemeinhin bekannt und auch die beiden besten Tracks auf dem Album. Zusätzlich kann ich noch Keep your head und We walk, sowie diese Acoustic Version von That’s not my name empfehlen
4) ’07 EP. Ist, wie der Name schon sagt, von 2007, aber zum Einen habe ich die Virgins erst 2008 entdeckt, zum Anderen ist das Album so erschreckend schlecht, dass man gar nicht glauben mag, dass das dieselbe Band ist. Rich Girls, Fernando Pando, One week of danger… Alles fucking awesome und dann kommen die mit diesem überproduzierten Mist daher… Erschreckend. Die EP konnte man für 4 Euro auf deren MySpace Seite bestellen (hab die URL nicht mehr, aber ihr wisst ja alle wie man Suchmaschinen bedient). Und glaubt mir, dass sind 4 sehr gut angelegte Euro. Das Album hingegen… Not so much.
5) Live in Wembley. Irgendwie muss ich die Foo Fighters hier ja unterbringen. Und wer The Pretender mal live erlebt hat, wird mir zustimmen, dass die hier absolut hingehören. Wenn ich ihn hätte, würde ich den Bootleg von der Waldbühne nominieren. Warum sie für Wembley das Traumduo Let it die/The Pretender gesprengt haben leuchtet mir nicht so ganz ein, aber zu sehen/hören wie Dave diesen 80.000+ Menschen die Socken von den Füßen rockt ist einfach nur großartig. Die Highlights sind dieselben wie bei jedem Foo Konzert, Stacked Actors, Best of you, Everlong, Monkey Wrench, neu hinzugekommen bei dieser Tour sind das schon erwähnte Duo Let it die/The Pretender (ersteres fehlt auf der Wembley DVD) und Skin and Bones
So, das wars. Wie immer gilt: Wer anderer Meinung ist hat keine Ahnung und wird mit Enya nicht unter drei Alben bestraft.