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Working at Microsoft
Da zeigen die einem all die tollen Propaganda-Filmchen und machen einem die blumigsten Versprechungen, und dann das:
So I’m not sure if you believe me…but seriously…there is no more beer. Due to Microsoft policy we are no longer allowed to have alcohol on the premises. Sorry people!
Unser ganzes Unternehmen, ja, unsere ganze Unternehmenskultur basiert darauf das man eigentlich jederzeit zumindest angetrunken ist… Und jetzt kommen die uns mit Fruchtsäften??? Wenn das in London mal keine Kündigungswelle auslöst…
Hello, Goodbye
Heute hatten wir den letzten Tag in “unserem” Office, morgen wird unser Kram zu Microsoft geschafft und ab Montag sitzen wir dann mit den ganzen Nerds in einem Gebäude… Solche Aktionen sind dann wohl nicht mehr drin:
Auch würden die das bei Microsoft wohl weniger lustig finden, wenn wir denen die Lampen von der Decke schießen (Spaßbremsen…). Es sei denn, wir finden dafür ne Abkürzung. Bei Microsoft wird wirklich alles abgekürzt, total faszinierend. Letzte Woche hat so’ne Personaltussi einen Vortrag gehalten, ich hab nur Bahnhof verstanden und all meinen Kollegen ging es nicht anders.
Naja, mal gucken was das so wird.
Schon wieder ein Jahr vorbei
Vor einem Jahr bin ich aus Frankfurt nach Hamburg zurückgekehrt und trat meinen Job bei Atlas an. Seitdem hat sich einiges geändert, z.B. wurde Mr. Döner aufm Kiez durch Hesburger ersetzt, anderes aber auch nicht – ich habe immer noch Hausverbot bei einer der größten Mediaagenturen Deutschlands.
In der Schanze versammeln sich immer noch die Neureichen und Möchtegern-Revoluzzer, um sich wahlweise schick oder alternativ zu fühlen, der HSV vergurkt zum Ende einer Saison alles, was sie sich vorher mühselig aufgebaut haben und Thomas Doll wird wegen Erfolglosigkeit entlassen. Ich habe immer noch keine eigene Waschmaschine, aber da ich zum Fußball gucken eh bei meinen Eltern bin, ist das auch nicht weiter tragisch.
Mediaplaner behelligen mich täglich mit denselben bekloppten Fragen, die man ihnen schon 20x beantwortet hat, aber erwarten auch beim 21. Mal noch, dass man es ihnen mit Engelsgeduld erklärt. Der einzige Unterschied: Früher war es nur eine Agentur. Mein Fetisch für populäre Arbeitgeber hat auch eine Fortsetzung gefunden, nach der Ausbildung bei der Telekom bin ich nun Angestellter von Microsoft (bzw. werde es demnächst offiziell werden).
Im Schnitt sitze ich 3x pro Monat im Flugzeug, aber manchmal schaff ich das auch in einer Woche. Zusätzlich zu meinem Gehalt habe ich um die 10.000 Euro an Spesen verblasen, plus diverse Reisen und Hotelbuchungen, die direkt über die Firma abgerechnet wurden. Wir machen die geilsten Geschenke wo gibt. Ich habe seitdem ich aus Frankfurt zurück bin ca. 12 kg zugenommen, was um mich herum wahlweise mit “du hast aber ne ganz schöne Wampe bekommen” oder “du siehst richtig gesund aus” kommentiert wird… Urlaub kenne ich nur noch vom Hörensagen, meine Freunde sehe ich auch eher selten, stattdessen verbringe ich einen immer weiter anwachsenden Teil meiner Freizeit mit Leuten mit denen ich auch, bzw. hauptsächlich, beruflich zu tun habe. Umso angenehmer finde ich es dann aber, wenn ich mit Leuten unterwegs bin die noch nie von W&V oder Horizont gehört haben.
Auch wenn es nicht ansatzweise so kam, wie ich es mir damals vorstellte, bin ich ziemlich zufrieden. Alleine schon für die regelmäßigen Meetings in London mit Kollegen aus England (duh), Italien und Frankreich hat sich der Wechsel gelohnt, und ich freue mich schon darauf hier in einem Jahr darauf zurückblicken zu können, wie wir Google den Wind aus den Segeln genommen haben. Schritt 1 war die Übernahme von aQuantive durch Microsoft, gefolgt von weiteren kleineren Übernahmen. Schritt 2 war das Abwerben diverser Doubleclick Trophy Clients wie z.B. Viacom, Schritt 3 ist Engagement Mapping und Schritt 4 wird morgen angekündigt (dundundun…)
Seit heute ticken die Uhren anders…
Googles Aktie ist in den letzten Wochen von über 700 auf irgendwo bei 400 Dollar abgestürzt. Und heute haben wir den nächsten Sargnagel für diese Hippie-Firma gesetzt – Engagement Mapping. Was fünf Tage nach der offiziellen Ankündigung sogar schon auf Heise zu finden ist…
Worum es dabei geht: Wenn ein User z.B. auf ein Banner von einem Mobilfunkanbieter klickt und dann ein neues Handy bestellt, wurde bisher nur die Site für diesen neuen Vertrag bezahlt, von der der User letztlich kam, bevor er den Vertrag abschloss. Nun ist es aber bewiesen, dass ein User eigentlich immer die Werbung auf mehr als einer Site sieht, bevor er etwas kauft, so dass dieses Modell nicht fair ist, denn alle anderen gehen leer aus. Außerdem profitieren Google und alle anderen Suchmaschinen überdurchschnittlich von diesem “Last Click” Modell, da die User am Ende häufig über Suchmaschinen auf die Seiten der Werbetreibenden kommen.
Aber das ist seit heute Geschichte, mit Engagement Mapping versetzen wir die Werbetreibenden und Agenturen in die Lage all die anderen Sites auf denen ein User Kontakt mit der Werbung hatte, entsprechend zu “belohnen”. Unsere Research Abteilung hat lange an diesem Thema gearbeitet und jetzt etwas an den Start gebracht, was man mindestens einen Game Changer nennen muss. Wenn sich dieses neue Modell durchsetzt, wovon man ausgehen kann, dann werden ab heute die Karten im Online-Werbemarkt neu gemischt und Google muss einige Trumpfkarten abgeben. Dass Doubleclick seinen Kunden nichts dergleichen bieten kann (und vermutlich auch gar nicht will, wenn man bedenkt wer diese Schrubbelbude auf der Einkaufsliste hat), muss ich nicht mehr groß erwähnen, oder?